Geschichte und Geschichten:

Die Geschichte vom „Spiesemer Zappe“ macht die Leichtgläubigkeit und den Hang zum Aberglauben mancher Zeitgenossen - hier aus dem 14./15. Jahrhundert - deutlich:
Ein Spiesheimer ging nachts heimlich in die Ställe und molk eine der Kühe. Als diese am nächsten Tag zum Erstaunen ihrer Besitzer keine Milch gab, war er zur Stelle, gab einer angeblichen Hexe die Schuld und bot an, diese Hexe zu bannen - gegen entsprechende Entlohnung selbstverständlich.
Er schlug einen Zapfen von einem Weinfass, einen „Zappe“ in die Mauer des Stalles, in dem die Hexe zuvor ihr Unwesen getrieben haben soll, sprach einige Bannsprüche und sagte voraus, dass die (nachts von ihm gemolkene) Kuh zu Mittag wieder Milch geben werde, was natürlich auch geschah.
Er bekam seinen reichen Lohn und lebte wohl einige Zeit recht gut damit, bis er entlarvt und aus dem Dorf vertrieben wurde.

Ein Vers erinnert an den Spiesemer Zappe:
Es war ein Mann mit Namen Fuchs
der hat die ganz Gemo
(= Gemeinde) beluchst.
Er schlug die Zappe in die Wand
Und sagt, er hätt die Hex' gebannt.

(traditionell)