Von der Weintradition und den jährlichen Veränderungen des „Weinmachens“

Seit vielen Generationen wird in unserem Familienbetrieb Wein erzeugt. Manches hat sich in dieser Zeit verändert. Manche Oenologen (Weinwissenschaftler) behaupten, dass alle 20 Jahre die Regeln des Weinbaues neu geschrieben werden.
Sowohl die angebauten Sorten als auch die Anbauform und der Weinausbau haben sich grundlegend verändert.
Früher hieß es „der Wein muß alt und jung das Mädel“ sein. Heute trinkt man überwiegend auch die „jungen Weine“ lieber als ältere. Frisch, fruchtig und lebendig prickelnd sollen sie sein!
Dies erreicht man in erster Linie durch einen reduktiven Ausbau, der sich am besten in Edelstahlfässern realisieren lässt.
So erhält man bis zur Abfüllung einen jungendlichen Weintyp.
Bis vor 25 Jahren bauten wir den größten Teil unserer Weine noch im Holzfass aus. Dies hatte zur Folge, dass sich die Weine schneller entwickelten. Was Geschmack und Aroma anging, legten sie mehr Fülle an den Tag und wirkten dadurch reifer und nicht mehr so jung. Solch „alte Weine” mit leichter Firne und betont oxidativer Note werden heute eher weniger gewählt.
Aber auch schon beim frühen Weinausbau hat sich vieles verändert.
Bereits nach der Lese wird mit dem schonendem Quetschen und Pressen der Trauben begonnen um damit die Weinqualität zu halten. Danach wird durch Sedimentation, Flotation oder Separieren der Most von Trüb- und Ballaststoffen getrennt. Man erreicht so eine reintönige und langsame Gärung. Dies wird nochmals durch ein Kühlen des Mostes unterstützt, so dass unsere Weine heute zwei bis vier Wochen in einer Aroma fördernden Gärung verbleiben.

Damit ist die Grundlage für eine gute Weinqualität geschaffen.
Unsere Rotweine vergären wir alle über die Klassische Maischegärung, um so dem typischen Rotweinstil unserer Zeit gerecht zu werden. Danach lagern diese Rotweine 2-3 Monate ohne konservierenden Schwefel. So entwickeln sie sich ungestört in ihrer Weinqualität fort.
Unsere ausgebauten und filtrierten Weine füllen wir dann von Februar bis April in die Flaschen ab, und wir würden uns freuen, die neuen Ergebnisse mit Ihnen verkosten zu dürfen. Bei einem individuellen Plausch können Sie noch vieles über „Ihren” Wein erfahren.
Wichtig ist es für uns, dass wir Ihnen „reinen Wein einschenken” und ein vertrauenswürdiges Verhältnis zu unseren Kunden erhalten. Auf Ihren Besuch freuen wir uns jetzt schon.

Ihre Winzerfamilie Becker